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grundstein
Unsere Pfarrkirche, eine dreischiffige Säulenbasilika mit Kreuzrippengewölbe, ist dem Jerusalemer Diakon Stephanus, dem 1. Märtyrer (+34), geweiht. Am 29. April 1896 wurde der Grundstein für dieses Gotteshaus gelegt, und am 15. August 1898 erfolgte die Weihe der Kirche und die Konsekrierung des Altares durch Weihbischof Augustin Gockel aus Paderborn.


innen
In der Amtszeit des Pfarrers Johannes Gümpel kam es zum Entwurf eines neugotischen Klinkerbauwerkes. Der Entwurf stammt von dem Franziskanerbruder Paschalis Gratze, der während der Bauzeit verstarb. Die Bauleitung übernahm dann der Architekt Fritz Cordier aus Heiligenstadt, die Bauausführung lag in den Händen von Bauunternehmer Apel aus Kallmerode. Die einstmaligen Altäre wurden in der typischen Schreinergotik von dem Kunsttischler Oppermann aus Duderstadt gefertigt.

Chorraum: Die heute an der Ostwand des Chores zu sehenden Altarreliefs, die 1986 von Kirchenmaler Walter Kruse aus Kreuzebra kunstvoll restauriert wurden, erinnern an den Hochaltar. Sie stellen dar die Geburt Christi (links) und die Emmausjünger (rechts). Zusammen mit dem monumentalen Kreuz, dessen Corpus schon an der Ostaußenwand der alten Kirche angebracht war, bilden sie das Herzstück des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Die Apostel Petrus und Paulus, heute links und rechts neben den Altarbildern zu sehen, waren einst dem Hochaltar zugehörig und sind aus Lindenholz.

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Altarrelief "Geburt Christi"

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Altarrelief "Emmausjünger"

An der Chorwand ist auf der linken Seite die Darstellung der Hl. Elisabeth von Thüringen (Patronin des 1994 gegründeten Bistums Erfurt) zu sehen; rechts befindet sich der Hl. Stephanus, unser Kirchenpatron. Die Darstellung des guten Hirten, ebenfalls aus Lindenholz, hat heute ihren Platz am Altar gefunden - früher krönte sie den Schalldeckel der Kanzel.

heiligeelisabeth heiligerstephanus guterhirte


Ein Martinsrelief und die originale Reproduktion des Grabtuches von Turin in der Kreuznische schmücken die südliche Chorwand. An der Nordchorwand sieht man die farbig gefaßte Holzstatue des Hl. Bonifatius. Er wird als Apostel der Deutschen verehrt und ist Mitpatron unseres Bistums.

Die Chorfenster "predigen" von der Taufe Christi durch Johannes am Jordan (links) und dem Heilssterben des Erlösers (Mitte). Das rechte Chorfenster zeigt die Steinigung des Stephanus.

fensterlinks fenstermitte fensterrechts

Die bemalten Tonstatuen Maria und Josef stammen aus den alten Seitenaltären. Aus Terrakotta gefertigt ist die Herz-Jesu-Figur. Über dem Sakristeieingang ist ein Ölgemälde, auf dem die Heilige Familie dargestellt ist. Es stammt aus der Barockzeit.



heiligemaria heiligerjesus

Unterhalb der Empore sind folgende Statuen angebracht: Auf der einen Seite: Hl. Antonius und Hl. Aloisius; auf der anderen Seite: Hl. Katharina und der Hl. Franziskus von Assisi. Den Kreuzweg schuf 1973 Herr Richwien aus Lengenfeld u. Stein.

Innenraum: Im Zuge der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils kam es zu einer grundsätzlich veränderten Neugestaltung des Innenraumes unserer Kirche. Die Renovationsarbeiten begannen im Jahre 1962 und konnten 1970 abgeschlossen werden. In den Jahren 1969/70 wurde der Altardie Stele mit dem Tabernakel. Ambo, Standleuchter, Altarleuchter, die Custodia, die ewige Lampe, das Sakristeigeläut, die Apostelleuchter, der Osterleuchter und der 7-lichtige Leuchter wurden ebenso wie der Tabernakel von der Firma Adolph aus Burg gefertigt. Durch die Veränderung des Gotteshauses wurden die Altäre mit Kanzel und Kommunionbank beseitigt - dies muß heute mit tiefem Bedauern festgestellt werden! Eine besondere Bedeutung hatfür die Christen unserer Gemeinde der Taufstein aus Sandstein, der heute im rechten Seitenschiff, gegenüber von der Marienfigur, zu finden ist. An diesem Taufstein wird bis zum heutigen Tag das Sakrament der Taufe gespendet. Unser Beichtraum ist der Ort, wo uns sündigen Menschen im Bußsakrament Vergebung und göttlicher Friede geschenkt werden.


innenraum

In den Jahren 1992-96 kam es zur Restaurierung und Neuverbleiung der 5 Chor- und der 10 Schiffenster. 1996 wurde der Fußboden der Kirche neu gefliest, das Gestühl restauriert und die erste Heizung - eine elektrische Bankheizung - eingebaut. Im Jahre 1997 wurde die Pfarrkirche durch die Firma Kurse aus Kreuzebra umfangreich renoviert. Hierbei war man bei der Gestaltung und Farbgebung bemüht, nach historischem Vorbild die Erstfassung wiederherzustellen. Besonders sehenswert sind der bemalte Chorbogen, die Malerei im Gewölbe des Chorraumes, der Sockelbereich im Altarraum und die Kapitellbemalung. 1998 konnten die Sandsteinportale saniert werden und das Kreuz an der Ostaußenwand der Kirche erhielt wieder einen Corpus.

Glocken und Orgel: Hingewiesen werden soll auch auf das Geläut . Wie schon im 1. Weltkrieg, mußten auch im 2. Weltkrieg die Glocken für die Rüstung abgegeben werden. Die kleine Bronzeglocke, die 1828 von Christoph Gabel gegossen wurde, verblieb im Turm, später kam sie nach Fürstenhagen im Eichsfeld, wo sie heute noch ihren Dienst tut. 1952 wurden dann die 3 neuen Stahlglocken (Gesamtgewicht: 4160 kg) von der Firma Schilling aus Apolda geliefert. Diese begleiten unser Christsein im Leben undim Sterben. Unermüdlich rufen sie zu Gebet und Gotteslob und mahnen für Frieden und Gerechtigkeit. Seit 1994 werden Turmuhr und Glocken computergesteuert.

Die alte Orgel der Kirche stammt von der Firma Krell aus Duderstadt. Eine Computerorgel von der Firma Kisselbach aus Baunatal wurde 1990 im linken Seitenschiff aufgestellt. Möge die Königin der Instrumente zu jeder Zeit das Gloria in excelsis Deo erklingen lassen.

Wann die 1. Kirche in Berlingerode entstand, ist nicht bekannt. Die Chronik berichtet, daß die Herren von Westernhagen (Wüstung südöstlich von Berlingerode) das Patronatsrecht besaßen (eine Grabplatte im äußeren Südbereich der Kirche ist ein Dokument dafür) - es ist anzunehmen, daß bereits im 13. Jh. eine Kirche gestanden hat. Die alte Kirche von 1685 war baufällig und wurde 1895 abgerissen. In ihr stand der berühmte Altar, ein Flügelaltar um 1470 zur Ehrung des Kosmas und Damian (Schutzpatrone der Medizin) mit der Schutzmantelmadonna (einzig im Eichsfeld!). Dieser wurde beim Neubau der jetzigen Kirche verkauft und steht heute im Museum in Göttingen.

chronik
Flügelaltar aus Berlingerode um 1470 - Heute im Städtischen Museum Göttingen

Urkundlich erscheint "Berlingerod" erstmals im Jahre 1289 bei einer Schenkung des Rudolf von Bodenstein an das nahegelegene Zisterzienserinnenkloster Teistungenburg. Der Ortsname verrät, daß die Siedlung durch das "Gerod" (Rodung) eines Berling entstanden ist. Berling bedeutet Sohn des Berl = kleiner Bär (Kurzform von Bernhard; erinnert sei auch an den Städtenamen Berlin). Die 1314 erstmals erwähnte Pfarrei gehörte zum Erzpriestersitz Duderstadt des Archidiakonats Heiligenstadt. Filialen waren bis 1848 Hundeshagen und bis 1929 Ferna. 1995 ist Böseckendorf mit dem Ortsteil Bleckenrode zur Filialgemeinde von Berlingerode ernannt worden, wobei Bleckenrode kirchlich schon immer zur St. Stephanus - Pfarrgemeinde in Berlingerode gehörte. Heute zählen etwa 1300 Katholiken zur Kirchengemeinde (mit Filiale). Die Kirchenbücher gehen bis aus das Jahr 1669 zurück. Der jetzige Ortspfarrer von Berlingerode ist zugleich auch für die Pfarrei St. Nikolaus in Neuendorf zuständig, wobei seit 1986 die Gemeindereferentin Margret Sterzinsky in der Seelsorge mitwirkt.

boeseckendorfaltar kreuzfriedhof wegkreuz
Böseckendorf (Barockaltar ca. 1720) - Friedhofskreuz mit Gedenktafel - Wegkreuz
 

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