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Die Gesamtlänge der Kirche - Schiff und Turm - betrug 14 Meter. Der Turm hatte eine Höhe von 9 Metern.

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Alte Kirche von 1685

In der alten Kirche stand ein berühmter Flügelaltar um 1470 zur Ehrung des Kosmas und Damian (Schutzpatrone der Medizin) mit der Schutzmantelmadonna (einzig im Eichsfeld !). Heute befindet sich dieser Altar im Städtischen Museum Göttingen.

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Mitte: Krönung Mariens
Links: Anna Selbdritt
Rechts: St. Stephanus


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Mittelschrein des Flügelaltars


"Anno 1896 wurde die hiesige Kirche erbaut - der Rohbau hat ca. 55.000 Mark gekostet. Der Endpreis mit Altären betrug 64.711, 87 Mark. ... Die Gelder zum Bau der Kirche sind seit Jahren gesammelt worden. Der Turm ist Eigentum der politischen Gemeinde, welche ebenfalls einen Baufonds von 6.000 Mark angesammelt hatte und denselben dazu hergab. Die noch folgende Summe von 10.000 Mark wurde durch den Kirchenvorstand von der Städtischen Sparkasse Duderstadt geborgt, unter der Bedingung, das dieses Kapital in 40 Jahren amortisiert wird. Um die Zinsen und die Amortisationsrate aufzubringen wurde beschlossen, die sämtlichen Kirchenstühle alljährlich zu verpachten und den Erlös zu obigem Zwecke zu verwenden. ... Es verdient noch erwähnt zu werden, daß der Herr Landrat in Worbis Schwierigkeiten zu machen suchte, indem er verfügte, der alte Turm, der unansehnlich und baufällig war, solle stehenbleiben. Allein die Schuljugend machte sich ans Werk und legte den Turm nieder. Die alte Kirche hat mehr südlich gestanden als die jetzige. ..."

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Die neuerbaute Pfarrkirche
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Innenraum der neuen Kirche



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Handschriftlicher Eintrag des Weibischofs im Taufbuch vom 15. August 1898. Es werden das Weihedatum, die Konsekrierung des Hochaltares und die Einlegung von Religuien zu Ehren des Heiligen Patrons Stephanus genannt. Außerdem wird der dritte Sonntag im Oktober als Termin für die Jahrfeier der Kirchweihe festgelegt.


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Wie schon im ersten Weltkrieg mußten auch im zweiten Weltkrieg die Glocken für die Rüstung abgeliefert werden. ... Im August 1952 war es endlich soweit, daß die Gemeinde 3 neue Glocken aus Stahl von der Firma Schilling aus Apolda bekam.


Die alte Bronzeglocke wurde an die Gemeinde Fürstenhagen/ Eichsfeld verkauft, wo sie auch heute noch ihren Dienst tut. Eine Woche standen die Glocken in Worbis, ehe sie nach Berlingerode transportiert wurden. Die Firma Wiederhold aus Steinbach hatte ein Gerüst gebaut, um die Glocken in den Turm zu heben. Der alte Glockenstuhl wurde bis auf kleine Veränderungen belassen. Zur Glockenweihe waren Herr Dechant Arandt aus Teistungen und Pater Canisius aus Ferna zugegen. Das Geld für die Glocken brachte die Gemeinde allein, d.h. ohne Zuschuß der politischen Gemeinde auf. Die Theatergruppe stellte ihre Sammelergebnisse zu Verfügung. Haussammlung mit Listen wurden durchgeführt. ...


Urkundlich erscheint "Berlingerod" erstmals im Jahre 1289 bei einer Schenkung des Rudolf von Bodenstein an das nahegelegene Zisterzienserinnenkloster Teistungenburg. Der Ortsname verrät, daß die Siedlung durch das "Gerod" (Rodung) eines Berling entstanden ist. Berling bedeutet Sohn des Berl = kleiner Bär (Kurzform von Bernhard; erinnert sei auch an den Städtenamen Berlin). Die 1314 erstmals erwähnte Pfarrei gehörte zum Erzpriestersitz Duderstadt des Archidiakonats Heiligenstadt. Filialen waren bis 1848 Hundeshagen und bis 1929 Ferna. 1995 ist Böseckendorf mit dem Ortsteil Bleckenrode zur Filialgemeinde von Berlingerode ernannt worden, wobei Bleckenrode kirchlich schon immer zur St. Stephanus - Pfarrgemeinde in Berlingerode gehörte. Heute zählen etwa 1300 Katholiken zur Kirchengemeinde (mit Filiale). Die Kirchenbücher gehen bis aus das Jahr 1669 zurück. Der jetzige Ortspfarrer von Berlingerode ist zugleich auch für die Pfarrei St. Nikolaus in Neuendorf zuständig, wobei seit 1986 die Gemeindereferentin Margret Sterzinsky in der Seelsorge mitwirkt.


Weiter aus der Chronik berichtet:

"Am 16. Juni 1979 wurde Ulrich Schade aus Berlingerode durch Bischof Johannes Braun in Magdeburg, St. Petri, zum Priester geweiht. Aus Berlingerode war ein Bus und einige Privatfahrzeuge nach Magdeburg gekommen. Nach langer Zeit (Weihe von Wilhem Lorenz 1922) war dies der erste Priester aus Berlingerode. Am Sonntag den 24.06. feierte der Neupriester dann in seiner Heimatgemeinde die Primiz. ... Die Berlingeröder hatten sich in der Vorbereitung der Primiz sehr viel Mühe gegeben...."

"Am 08. April 1984 wurde aus unserer Pfarrgemeinde Herr Walter Birkefeld (geb. 1949) in der St. Severi-Kirche zu Erfurt für den Dienst eines Diakonatshelfers in unserer Gemeinde durch Bischof Dr. J. Wanke beauftragt. Am 15.04.1984 teilte Herr Birkefeld zum ersten Mal in unserer
Pfarrgemeinde die Heilige Kommunion aus... ."

"Anfang September 1989 kommt es zu machtvollen Demonstrationen gegen die DDR- Regierung in Leipzig. Parole: "Wir sind das Volk!" Am 07. 10. 1989: 40. Jahrestag der DDR. M. Gorbatschow sagte: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Am Dienstag darauf (10.10.89) erstes Friedensgebet in Berlingerode - nachfolgend jeden Dienstagabend. Erarbeitung eines Positionspapieres für eine große Bürgerversammlung in Berlingerode. E. Honecker wird gestürzt - E. Krenz tritt an seine Stelle. 09.11.1989 Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Berlingerode. Anwesend waren: Alle Bürgermeister, Vertreter der Parteien und des Rates des Kreises Worbis. Es war "volles Haus"! Dazwischen platzte die Nachricht: "Die Grenzen sind geöffnet worden!" Das Brandenburger Tor war geöffnet (Tausende von Menschen waren in dieser Nacht mit ihrem Personalausweis in Westberlin, Duderstadt, Göttingen...). Damit war das Ende der DDR eingeläutet. Der Sozialismus hatte verloren. Erst drei Tage später kam es zur Auflösung der Sperrzone!!! ..."


Die Pfarrer von Berlingerode:

01. Johannes de Bredenberg | 1314
02. Hermann an dem Velde | 14. Jh.
03. Heinrich Rodehuse | 15. Jh.
04. Johannes Holtscher | 1466
05. Konrad Rudolfi | vor 1484
06. Nikolaus Fromkind | seit 1484
07. Johannes Rackershusen | ca. 1507 - 1534
08. Andreas Gladapp | ca. 1537 - 1543
09. Anton Figulus | 1576
10. Heinrich Busse | 1600 - 1623
11. Christoph Hane | 1626 - 1627
12. Christoph Jagemann | 1627 - 1636
13. Martin Brückner | 1636 - 1649
14. Pater Marcus Hunold O.S.B. | 1649 - 1660
15. Christoph Born | 1660 - 1669
16. Andreas Zwingmann | 1669 - 1676
17. Nikolaus Otto | 1676 - 1688
18. Christoph Simon Nörtemann | 1688 - 1725
*Johann Ertmer (Pfarrverweser | 1725 - 1727)
19. Heinrich Christoph Dreiling | 1727 - 1729
20. Johann Christoph Weinrich | 1729 - 1743
21. Johann Christoph Müller | 1743 - 1766
22. Johann Martin Wolf | 1766 - 1775
23. Johannes Franz Kachel | 1775 - 1808
24. Pater Franz Ferdinand Lillinger O.F.M. | 1808 - 1835
25. Dr. Konrad Zehrt | 1835 - 1839
26. Jakob Großheim | 1839 - 1848
27. Gregor Hentrich | 1848 - 1851
28. Heinrich Trümper | 1852 - 1855
29. Wilhelm Meister | 1855 - 1886
30. Johannes Gümpel | 1886 - 1908
* Ferdinand Kaufhold (Pfarrverweser | 1908 - 1909)
31. Augustin Eckardt | 1909 - 1928
32. Bernhard Wand | 1928 - 1956
* Hans Rinke (Pfarrverweser | 1956 - 1957)
33. Josef Hawellek | 1957 - 1975
34. Gerhard Seeland | 1975 - 1983
35. Gert Schellhorn | 1983 - 2001
36. Mathias Mötzung | seit 2001


Die Kapläne in Berlingerode:

1. Wolfgang Mumpel (Prädikant / ca. 1568 - 1576)
2. Lorenz Beseke (Prädikant / 1635)
3. Josef Klingebiel (Pfarrverweser / 1835)
4. Bernhard Hellrung - (1836-1838)
5. Georg Franz Lotze - (1838-1839)
6. F.G. Gebhardt - (1839-1842)
7. K. Joh. Günther - (1842-1844
8. Gregor Hentrich - (1844-1848)


Priesterberufungen aus Berlingerode:

1. Dr. Nikolaus Dalwig (1676 - 1734)
2. Pater Alois Seese O.S.B. (1775 - 1842)
3. Anton Multhauf (1841 - 1882)
4. Johannes Stolze (1868 - 1918)
5. Andreas Herwig (1872 - ? )
6. Eduard Schotte (1887 - 1915)
7. Wilhelm Lorenz (1892 - 1964)
8. Ulrich Schade (1953 - )


Ordensberufungen aus Berlingerode:

1. Schwester Walberta (Christina Herwig / 1877-1960)
2. Schwester Bonaventura (Helena Catharina Wüstefeld / 1890-1980)
3. Schwester Maria Luiza (Anna Dette / 1891-1983)
4. Schwester Augustina (Sieglinde Siebert / 1929 Halle)
 

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