Chronik
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Die Gesamtlänge der Kirche - Schiff und Turm - betrug 14 Meter. Der Turm hatte eine Höhe von 9 Metern.
In der alten Kirche stand ein berühmter Flügelaltar um 1470 zur Ehrung des Kosmas und Damian (Schutzpatrone der Medizin) mit der Schutzmantelmadonna (einzig im Eichsfeld !). Heute befindet sich dieser Altar im Städtischen Museum Göttingen.
"Anno 1896 wurde die hiesige Kirche erbaut - der Rohbau hat ca. 55.000 Mark gekostet. Der Endpreis mit Altären betrug 64.711, 87 Mark. ... Die Gelder zum Bau der Kirche sind seit Jahren gesammelt worden. Der Turm ist Eigentum der politischen Gemeinde, welche ebenfalls einen Baufonds von 6.000 Mark angesammelt hatte und denselben dazu hergab. Die noch folgende Summe von 10.000 Mark wurde durch den Kirchenvorstand von der Städtischen Sparkasse Duderstadt geborgt, unter der Bedingung, das dieses Kapital in 40 Jahren amortisiert wird. Um die Zinsen und die Amortisationsrate aufzubringen wurde beschlossen, die sämtlichen Kirchenstühle alljährlich zu verpachten und den Erlös zu obigem Zwecke zu verwenden. ... Es verdient noch erwähnt zu werden, daß der Herr Landrat in Worbis Schwierigkeiten zu machen suchte, indem er verfügte, der alte Turm, der unansehnlich und baufällig war, solle stehenbleiben. Allein die Schuljugend machte sich ans Werk und legte den Turm nieder. Die alte Kirche hat mehr südlich gestanden als die jetzige. ..."
Die alte Bronzeglocke wurde an die Gemeinde Fürstenhagen/ Eichsfeld verkauft, wo sie auch heute noch ihren Dienst tut. Eine Woche standen die Glocken in Worbis, ehe sie nach Berlingerode transportiert wurden. Die Firma Wiederhold aus Steinbach hatte ein Gerüst gebaut, um die Glocken in den Turm zu heben. Der alte Glockenstuhl wurde bis auf kleine Veränderungen belassen. Zur Glockenweihe waren Herr Dechant Arandt aus Teistungen und Pater Canisius aus Ferna zugegen. Das Geld für die Glocken brachte die Gemeinde allein, d.h. ohne Zuschuß der politischen Gemeinde auf. Die Theatergruppe stellte ihre Sammelergebnisse zu Verfügung. Haussammlung mit Listen wurden durchgeführt. ... Urkundlich erscheint "Berlingerod" erstmals im Jahre 1289 bei einer Schenkung des Rudolf von Bodenstein an das nahegelegene Zisterzienserinnenkloster Teistungenburg. Der Ortsname verrät, daß die Siedlung durch das "Gerod" (Rodung) eines Berling entstanden ist. Berling bedeutet Sohn des Berl = kleiner Bär (Kurzform von Bernhard; erinnert sei auch an den Städtenamen Berlin). Die 1314 erstmals erwähnte Pfarrei gehörte zum Erzpriestersitz Duderstadt des Archidiakonats Heiligenstadt. Filialen waren bis 1848 Hundeshagen und bis 1929 Ferna. 1995 ist Böseckendorf mit dem Ortsteil Bleckenrode zur Filialgemeinde von Berlingerode ernannt worden, wobei Bleckenrode kirchlich schon immer zur St. Stephanus - Pfarrgemeinde in Berlingerode gehörte. Heute zählen etwa 1300 Katholiken zur Kirchengemeinde (mit Filiale). Die Kirchenbücher gehen bis aus das Jahr 1669 zurück. Der jetzige Ortspfarrer von Berlingerode ist zugleich auch für die Pfarrei St. Nikolaus in Neuendorf zuständig, wobei seit 1986 die Gemeindereferentin Margret Sterzinsky in der Seelsorge mitwirkt. Weiter aus der Chronik berichtet: "Am 16. Juni 1979 wurde Ulrich Schade aus Berlingerode durch Bischof Johannes Braun in Magdeburg, St. Petri, zum Priester geweiht. Aus Berlingerode war ein Bus und einige Privatfahrzeuge nach Magdeburg gekommen. Nach langer Zeit (Weihe von Wilhem Lorenz 1922) war dies der erste Priester aus Berlingerode. Am Sonntag den 24.06. feierte der Neupriester dann in seiner Heimatgemeinde die Primiz. ... Die Berlingeröder hatten sich in der Vorbereitung der Primiz sehr viel Mühe gegeben...." "Am 08. April 1984 wurde aus unserer Pfarrgemeinde Herr Walter Birkefeld (geb. 1949) in der St. Severi-Kirche zu Erfurt für den Dienst eines Diakonatshelfers in unserer Gemeinde durch Bischof Dr. J. Wanke beauftragt. Am 15.04.1984 teilte Herr Birkefeld zum ersten Mal in unserer Pfarrgemeinde die Heilige Kommunion aus... ." "Anfang September 1989 kommt es zu machtvollen Demonstrationen gegen die DDR- Regierung in Leipzig. Parole: "Wir sind das Volk!" Am 07. 10. 1989: 40. Jahrestag der DDR. M. Gorbatschow sagte: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Am Dienstag darauf (10.10.89) erstes Friedensgebet in Berlingerode - nachfolgend jeden Dienstagabend. Erarbeitung eines Positionspapieres für eine große Bürgerversammlung in Berlingerode. E. Honecker wird gestürzt - E. Krenz tritt an seine Stelle. 09.11.1989 Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Berlingerode. Anwesend waren: Alle Bürgermeister, Vertreter der Parteien und des Rates des Kreises Worbis. Es war "volles Haus"! Dazwischen platzte die Nachricht: "Die Grenzen sind geöffnet worden!" Das Brandenburger Tor war geöffnet (Tausende von Menschen waren in dieser Nacht mit ihrem Personalausweis in Westberlin, Duderstadt, Göttingen...). Damit war das Ende der DDR eingeläutet. Der Sozialismus hatte verloren. Erst drei Tage später kam es zur Auflösung der Sperrzone!!! ..." Die Pfarrer von Berlingerode: 01. Johannes de Bredenberg | 1314 02. Hermann an dem Velde | 14. Jh. 03. Heinrich Rodehuse | 15. Jh. 04. Johannes Holtscher | 1466 05. Konrad Rudolfi | vor 1484 06. Nikolaus Fromkind | seit 1484 07. Johannes Rackershusen | ca. 1507 - 1534 08. Andreas Gladapp | ca. 1537 - 1543 09. Anton Figulus | 1576 10. Heinrich Busse | 1600 - 1623 11. Christoph Hane | 1626 - 1627 12. Christoph Jagemann | 1627 - 1636 13. Martin Brückner | 1636 - 1649 14. Pater Marcus Hunold O.S.B. | 1649 - 1660 15. Christoph Born | 1660 - 1669 16. Andreas Zwingmann | 1669 - 1676 17. Nikolaus Otto | 1676 - 1688 18. Christoph Simon Nörtemann | 1688 - 1725 *Johann Ertmer (Pfarrverweser | 1725 - 1727) 19. Heinrich Christoph Dreiling | 1727 - 1729 20. Johann Christoph Weinrich | 1729 - 1743 21. Johann Christoph Müller | 1743 - 1766 22. Johann Martin Wolf | 1766 - 1775 23. Johannes Franz Kachel | 1775 - 1808 24. Pater Franz Ferdinand Lillinger O.F.M. | 1808 - 1835 25. Dr. Konrad Zehrt | 1835 - 1839 26. Jakob Großheim | 1839 - 1848 27. Gregor Hentrich | 1848 - 1851 28. Heinrich Trümper | 1852 - 1855 29. Wilhelm Meister | 1855 - 1886 30. Johannes Gümpel | 1886 - 1908 * Ferdinand Kaufhold (Pfarrverweser | 1908 - 1909) 31. Augustin Eckardt | 1909 - 1928 32. Bernhard Wand | 1928 - 1956 * Hans Rinke (Pfarrverweser | 1956 - 1957) 33. Josef Hawellek | 1957 - 1975 34. Gerhard Seeland | 1975 - 1983 35. Gert Schellhorn | 1983 - 2001 36. Mathias Mötzung | seit 2001 Die Kapläne in Berlingerode: 1. Wolfgang Mumpel (Prädikant / ca. 1568 - 1576) 2. Lorenz Beseke (Prädikant / 1635) 3. Josef Klingebiel (Pfarrverweser / 1835) 4. Bernhard Hellrung - (1836-1838) 5. Georg Franz Lotze - (1838-1839) 6. F.G. Gebhardt - (1839-1842) 7. K. Joh. Günther - (1842-1844 8. Gregor Hentrich - (1844-1848) Priesterberufungen aus Berlingerode: 1. Dr. Nikolaus Dalwig (1676 - 1734) 2. Pater Alois Seese O.S.B. (1775 - 1842) 3. Anton Multhauf (1841 - 1882) 4. Johannes Stolze (1868 - 1918) 5. Andreas Herwig (1872 - ? ) 6. Eduard Schotte (1887 - 1915) 7. Wilhelm Lorenz (1892 - 1964) 8. Ulrich Schade (1953 - ) Ordensberufungen aus Berlingerode: 1. Schwester Walberta (Christina Herwig / 1877-1960) 2. Schwester Bonaventura (Helena Catharina Wüstefeld / 1890-1980) 3. Schwester Maria Luiza (Anna Dette / 1891-1983) 4. Schwester Augustina (Sieglinde Siebert / 1929 Halle) |